01 · Methode

Wie wir bauen — in 3 Phasen, nicht in 3 Jahren.

Desirability → Feasibility → Go-to-Market. Hypothesengetrieben. AI-beschleunigt.

~10 Min10 Abschnitte3 Phasen

Wir entwickeln AI-Produkte in drei klar getrennten Phasen — jede mit eigener Frage, eigenem Lerninstrument, eigenem Ausgang. Nicht linear, sondern iterativ: wenn eine Annahme bricht, gehen wir einen Schritt zurück, nicht das ganze Programm. Wir bauen, um zu lernen — und lernen, um das Richtige zu bauen.

02 · Übersicht

Die Karte.

Ein Blick auf das ganze Programm — drei Phasen, je vier (bzw. drei) Schritte, eine Schleife, die sich in jeder Phase wiederholt. Jeder Schritt ist eine Frage, kein Deliverable.

AI-Produktentwicklung · Framework

Desirability → Feasibility → Go-to-Market

Hypothesengetrieben · Iterativ · AI-beschleunigt

Dr. Ronny Schueritz × Semih Aridogan

Build with Vibe × Strive Studio

Zyklus je Phase
  1. Vorbereiten
  2. Hypothesen
  3. Testen
  4. Lernen
  5. Iterieren ↺

Desirability

Ist das Problem real — und die Lösung begehrt?

Behavioral Prototype · Wegwerf-Software

Bei Lücken: zurück zu A2 oder A3

Feasibility

Trägt das als Geschäft?

MVP · Minimal Viable Product

Qualitatives Lernen → quantitative Validierung

Go-to-Market

Wie skaliert man das tragfähig?

Produkt + Organisation

Aus Experimenten werden Prozesse

Vision in Phase A

Richtungshypothese

„Wir glauben, dass [Zielgruppe] ein Problem mit [X] hat."

Vision in Phase B

Produktvision

„Wir bauen [Produkt] für [validierte Zielgruppe] weil [Mechanismus]."

Vision in Phase C

Unternehmensvision

„Wohin in 2–3 Jahren? Welche Märkte? Welches Team?"

Prinzip: Nicht linear — jede Phase enthält Schleifen. Die Vision darf nie weiter ausgereift sein als die Evidenz sie trägt.

03 · Belief

Bauen ist günstiger als Forschen geworden.

Die Kosten für einen testbaren, funktionalen Prototyp sind um rund 90% gefallen. Was früher Monate kostete, dauert heute Tage. Damit kippt eine Grundannahme klassischer Produktentwicklung: Es ist inzwischen billiger, etwas zu bauen und in echtem Nutzerverhalten zu testen, als vorab extensiv zu forschen.

Das verändert nicht nur das Tempo. Es verändert, was als Evidenz zählt. Statt Aussagen darüber, was Menschen tun würden, bekommen wir Daten darüber, was sie tatsächlich tun. Unsere Methode ist die operative Antwort auf diese Inversion.

„A focus group costs €10,000 and tells you what people say they'll do. For a similar budget, a behavioral prototype shows you what people actually do."

04 · Zyklus

Eine Schleife, die in jeder Phase greift.

Jede der drei Phasen folgt derselben fünfschrittigen Schleife. Nicht als Ritual, sondern als Disziplin: Wir wissen vorher, was wir testen, und wir wissen nachher, was wir gelernt haben.

  1. 01

    Vorbereiten

    Kontext, Daten, Rahmen.

  2. 02

    Hypothesen formulieren

    Explizit, falsifizierbar, dokumentiert.

  3. 03

    Testen

    Im Markt oder im kontrollierten Versuchsaufbau.

  4. 04

    Erkenntnisse ableiten

    Verhalten lesen, nicht Meinungen sammeln.

  5. 05

    Iterieren oder weiter

    Schleife schließen oder Phase wechseln. ↺

05 · Phase A

A · Desirability — Will jemand das?

Ziel: Verstehen, ob das Problem real ist, für wen es relevant ist, und ob die Lösung begehrt wird. Fokus auf Lernen, nicht auf Auslieferung. In dieser Phase verschmelzen Idee, Prototyp und Test — wir nennen das Design Doing: das Bauen selbst ist die Forschungsmethode.

  • A1 · Discovery

    Rahmen, Markt, Technologie, Ziele aufnehmen. AI Research für Breite — Reddit, Foren, Reviews, Tickets, Social — liefert tausende ungefilterte Stimmen und Muster, die in Interviews nie auftauchen. Human Depth für Tiefe — explorative Interviews — erklärt das Warum hinter den Mustern.

  • A2 · Hypothesen

    Kompakter Arbeitsblock, nicht Wochen-Workshop. Wir formulieren Problem Statement, Value Proposition, ICP und ein dokumentiertes Hypothesen-Log. Schwelle für den nächsten Schritt: Confidence Threshold 30–40%. Darunter sind wir blind. Darüber kaufen wir Sicherheit, die nur echtes Verhalten liefern kann.

  • A3 · Behavioral Prototype

    Funktionale Software, deployed an echte Nutzer, designed um Verhaltensdaten zu erzeugen — nicht um zu bleiben. Klick-Dummy, prozessualer Prototyp oder AI-gebaute Anwendung. Der Code ist Wegwerfware, die Verhaltensdaten sind es nicht. Iterationen in Tagen, nicht Monaten.

  • A4 · Test & Lernen

    Bewusster Versuchsaufbau. Wir beobachten Verhalten, nicht Selbstauskunft: Wer benutzt was wie oft, wo bricht es ab, was reizt zur Wiederkehr. Output: validierte oder falsifizierte Hypothesen, geschärftes Problem-Verständnis, klare Entscheidung — vertiefen, schärfen, oder weiter nach B.

06 · Phase B

B · Feasibility — Trägt das als Geschäft?

Ziel: Aus der validierten Idee ein minimal marktfähiges Produkt machen, das echte Marktreaktionen erzeugt. Wir wechseln von qualitativem Lernen zu quantitativer Marktvalidierung — von „Wollen sie es?" zu „Bezahlen sie es?".

  • B1 · Geschäftsannahmen

    Preis, Marktvolumen, Zahlungsbereitschaft, erste Unit Economics, Signale für Product-Market-Fit. Jede Annahme dokumentiert und prüfbar formuliert — sonst bleibt der MVP Bauchgefühl mit Roadmap.

  • B2 · MVP bauen

    Die kleinste sinnvolle Version für den echten Markt. Kein Wegwerf-Code mehr, aber auch keine Enterprise-Architektur für ein Produkt, das noch Fit sucht. Bewusster Architektur-Tradeoff: schnell genug für jetzt, offen genug für morgen — nicht overengineert für eine Vision, die noch nicht validiert ist.

  • B3 · Markttest

    Bewusst breiter testen als in Phase A — über Early Adopters hinaus, durch verschiedene Segmente. Stimmen Preis, Nutzung, Konversion? Trägt das Signal in den Mainstream? Reale Zahlen aus realen Kanälen, nicht aus dem Convenience Sample.

  • B4 · Ableitungen

    Robust genug für den Geschäftsmodell-Aufbau — oder zurück. Pivot der Zielgruppe? Einzelne Annahmen korrigieren? Problem richtig, Umsetzung falsch? Wir treffen die Entscheidung explizit, nicht durch Schweigen.

07 · Phase C

C · Go-to-Market — Wie skalieren wir tragfähig?

Ziel: Validiertes Produkt schrittweise in den Markt bringen und organisatorisch absichern. Der Fokus verschiebt sich von „Funktioniert es?" zu „Wie wachsen wir kontrolliert und systematisch besser?". Strives Kernarbeit ist A + B; Phase C begleiten wir, wo Kunden den Übergang in die operative Skalierung nicht alleine gehen wollen.

  • C1 · Planung & Zielbild

    Erste Roadmap, Prioritäten, Zielbild für Produkt und Organisation. Annahmen für die Markteinführung explizit machen — nicht nur Produktfragen, sondern auch wer was wann übernimmt.

  • C2 · Launch & Learn

    Kein Big Bang. Kleine Releases, kleine Experimente, klare Retention- und Churn-Metriken. Auch in der Skalierungsphase bleibt das System lernend: wir prüfen Ziele, wir fine-tunen, wir verstehen, warum Nutzer zurückkommen — oder nicht.

  • C3 · Kontinuierliche Iteration

    Aus Experimenten werden belastbare Prozesse. Produktmanagement wird operationalisiert, Teams lernen den Zyklus selbst zu fahren, Rollen und Entscheidungswege werden geklärt. Am Ende übergeben wir eine Organisation, die ohne uns weiter testen, lernen und entscheiden kann.

08 · Begriffe

Was wir bauen — und warum es nicht „MVP" heißt.

Zwei Begriffspaare, die in unserer Methode tragend sind. Sie klingen nach Wortklauberei, machen aber den Unterschied zwischen einem Prototyp, der eine Frage beantwortet, und einem Produkt, das ein Geschäft prüft.

Behavioral Prototype vs. MVP

Behavioral Prototype (Phase A)
funktionale Software, gebaut um Verhalten zu erzeugen und Hypothesen zu falsifizieren. Wegwerfware per Design. Frage: Will jemand das?
MVP (Phase B)
minimal marktfähiges Produkt, gebaut um Geschäftsannahmen unter realen Marktbedingungen zu testen. Frage: Trägt das als Geschäft?

Design Thinking vs. Design Doing

Design Thinking
validiert mit Prototypen, die simulieren. Reaktionen in kontrollierten Settings, hypothetische Präferenz.
Design Doing
validiert mit Prototypen, die funktionieren. Verhalten in echten Kontexten, Revealed Preference. Das ist der Unterschied zwischen „Ich würde das definitiv nutzen" im Interview — und Stille nach dem Launch.

09 · Recap

Auf einen Blick.

Phase Fokus Kernfrage Lieferobjekt
A — Desirability Problem-Fit Will jemand das? Ist das Problem real? Behavioral Prototype (→ wegwerfen)
B — Feasibility MVP-Fit Trägt das als Geschäft? MVP (→ weiterentwickeln oder pivoten)
C — Go-to-Market Market-Fit Wie skalieren wir kontrolliert? Produkt + Organisation

10 · Nächster Schritt

Lass uns durch Phase A starten.

Die meisten Programme beginnen mit einer kurzen Discovery: Wo steht ihr, welche Hypothesen liegen schon offen, was lässt sich in den nächsten Wochen testen? Ein Erstgespräch dauert 30 Minuten — danach wissen wir beide, ob ein gemeinsamer Phase-A-Start sinnvoll ist.